Klinoptilolith – Vulkanerde
Dr. med. Heinz Lüscher
Klinoptilolith wird zur Entgiftung des Körpers als fein zermahlenes (mikronisiertes) Pulver angewendet. Die Vulkanerde durchwandert so den Magendarmtrakt und bindet dabei – ähnlich wie ein Schwamm – Schadstoffe an sich. Beispiele sind Schwermetalle, Toxine, Stoffwechselabfallprodukte usw.
Vulkangestein
Klinoptilolith ist eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe nicht näher spezifizierter Minerale der Gruppe Zeolithe. Sie werden häufig in Vulkangebieten gefunden, weshalb man auch von Vulkanerde spricht. Das besondere an diesen «Steinen» ist, dass sie ein mikroporöses Gerüst, ein Aluminium-Calcium-Kalium-Natrium-Silikat, haben, woraus sich eine Struktur mit vielen Hohlräumen ergibt (Poren und/oder Kanäle), in denen Stoffe adsorbiert (nicht absorbiert) werden können.

Ein «mineralischer Schwamm»
Als Adsorption bezeichnet man die Anreicherung oder Bindung von Stoffen aus Gasen oder Flüssigkeiten an der Oberfläche eines Festkörpers (Absorption hingegen bedeutet das Eindringen von Stoffen in das Innere eines Festkörpers oder einer Flüssigkeit). Zeolithe besitzen durch die zahlreichen Hohlräume eine sehr grosse innere Oberfläche, wodurch noch mehr Stoffe gebunden werden können. Wir könnten von einem «mineralischen Schwamm» sprechen. Über die Adsorption werden bei der Einnahme von Klinoptilolith-Zeolith-Produkten im Körper diverse Schadstoffe gebunden und so ausgeschieden. Weiter werden auch durch Ionenaustausch Schadstoffe durch das Vulkangestein aus dem Körper transportiert. Beim bereits erwähnten Gerüst des Klinoptilolith handelt es sich um eine besondere Kristallgitterstruktur, welche aus Mineralstoffen bestehen, die negativ geladen sind, während sich in den Hohlräumen Mineralstoffe befinden, welche positiv geladen sind. Durch Ionenaustausch wandern nun auch positiv geladene Schadstoffe aus dem Körper in das Kristallgitter des Klinoptilolith hinein, während für den Körper wertvolle Mineralstoffe hinauswandern.
Schadstoffe ausleiten, Darmbarriere verbessern
Mit diesen Mechanismen kann Klinoptilolith den menschlichen Organismus von diversen Schadstoffen befreien. Ähnlich wie ein Schwamm bindet er Schwermetalle einschliesslich Radionuklide, Ammoniak, Mykotoxine (Schimmelpilzgifte), Bakterientoxine oder Viruspartikel. Der unverdauliche, mit diesen Schadstoffen beladene Klinoptilolith, wird, ohne den Stoffwechsel zu belasten, über den Stuhl ausgeschieden. Klinoptilolith ist daher ein natürliches und sehr effektives Produkt zur Entgiftung des gesamten Organismus und kann zur ursächlichen Grundbehandlung vieler Erkrankungen beitragen. Klinoptilolith fördert aber auch die Integrität der Darmbarriere (durch Senkung des Zonulinspiegels) und erhöht die Anzahl von erwünschten Mikroorganismen wie Lactobacillus und Bifidobacterium, während pathogene Bakterien wie E. coli gesenkt werden.

Anwendungs-Beispiele
Neben der Entgiftung eignet sich Klinoptilolith für weitere Gesundheitsprobleme:
Blähungen
Klinoptilolith bindet Darmgase, was bei Blähungen und Verdauungsproblemen eine Wohltat bedeutet.
Entzündliche Prozesse im Darm
Klinoptilolith entzieht Reiz- und Schadstoffe aus dem Entzündungsherd, entlastet damit die Darmschleimhaut und stärkt die Darmbarriere. Davon können Menschen profitieren, die an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Reizdarm, Leaky Gut Syndrom oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden.
Allergien
Menschen, welche an Allergien leiden, weisen erhöhte Histaminspiegel auf, diese können mit Klinoptilolith gesenkt, und somit die Symptome reduziert werden. Handelt es sich um jahreszeitenabhängige Allergien (Heuschnupfen), wird mit der Einnahme von Klinoptilolith am besten etwa ein Monat vor Beginn der Symptome begonnen.
Migräne
Manche Migräne-Patient-/innen sprechen positiv auf Klinoptilolith an, wenn sie es bei den allerersten Symptomen eines Migräneanfalls einnehmen und können so die Symptome zumindest reduzieren.
AD(H)S
Bei Menschen mit AD(H)S sind oft Schwermetallbelastungen im Körper nachweisbar oder sie leiden an einem Leaky Gut, weshalb auch sie von Klinoptilolith profitieren können.
Positiver Nebeneffekt: Auswirkung auf das Wachstum von Haut, Nägeln und Haaren
Klinoptilolith setzt kleine, aber biologisch relevante Mengen an Kieselsäure in Form von Orthokieselsäure frei. Organische Kieselsäure fördert die Kollagensynthese und hat somit eine positive Wirkung auf das Wachstum von Haut, Nägeln und Haaren.
Dosierung
Klinoptilolith ist als fein gemahlenes Pulver erhältlich, welches in Wasser aufgelöst eingenommen werden kann. Der Vorteil dabei ist, dass die Wirkung bereits in der Mundhöhle beginnen kann und weiter dann im Magen. Andererseits gibt es das Pulver auch in Kapseln, diese haben den Vorteil, dass man das «Steinmehl» nicht schmeckt, die Wirkung beginnt im Darm. Bei beiden Varianten ist es wichtig, dass man Klinoptilolith nicht zusammen mit den Mahlzeiten einnimmt, sondern etwa eine halbe Stunde vorher. Auch zu anderen Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln wird empfohlen, diesen Abstand einzuhalten. Am besten verteilt man die Tagesdosis auf Morgen, Mittag und Abend. Je nach Fall und Erkrankung empfehle ich eine Tagesdosis von 2400 bis max. 6000mg. Klinoptilolith sollte mit genügend Flüssigkeit eingenommen werden (200ml).
Geeignete Produkte
Die Partikelgrösse – Qualitäts- und Sicherheitsmerkmal
Eine geringere Partikelgrösse des Klinoptiloliths bedeutet eine grössere Oberfläche und damit eine höhere Möglichkeit der Interaktion mit biologischem Material und eine höhere Bioeffizienz. Zu fein sollte das Pulver jedoch auch nicht sein. Die Partikelgrösse des Klinoptiloliths beträgt bei einem sicheren und wirksamen Produkt optimalerweise zwischen 800 Nanometer und drei Mikrometer. Es ist deshalb beim Kauf eines Klinoptilolith-Produkts wichtig, darauf zu achten, dass die Partikelgrösse in einer optimalen Grösse vorliegt, um von einem möglichst grossen Nutzen zu profitieren. Die Mikronisierung (tribomechanische Aktivierung) ist eine Methode, um die Partikelgrösse auf die gewünschte Grösse zu reduzieren.
Mögliche Nebenwirkungen
Bei der Einnahme von Klinoptilolith kann eine Verhärtung des Stuhls möglich sein, weiter kann es zu Veränderungen des Kaliumspiegels und zur Adsorption von Vitamin B aus der Nahrung kommen, auch mögliche Wechselwirkungen mit einigen oralen Medikamenten sind möglich.
Sicherheit von Klinoptilolith / Studien
Es werden immer wieder Stimmen laut, die befürchten, dass sich Aluminium aus der Kristallgitterstruktur aus Silicium und Aluminium lösen könnte und somit der Körper mit Aluminium belastet würde. Tatsächlich kann sich durch die Magensäure Aluminium in gewissen Mengen lösen, doch der entscheidende Punkt ist, dass dieses mit dem Stuhl ausgeschieden wird und nicht in den Blutkreislauf gelangt. Deshalb kann Aluminium zwar im Stuhl nachgewiesen werden, jedoch nicht im Blut.
Im Folgenden findest du toxikologische und Humanstudien, die Belege gegen die Toxizität von mikronisiertem Zeolith (MZ) liefern. Eine Studie befasst sich sogar mit seiner Anwendung bei Reizdarmsyndrom (RDS) und legt nahe, dass die Wahrscheinlichkeit, dass kleine Partikel die Darmwand passieren, minimal ist. Wenn Behauptungen über die Toxizität von MZ zutreffen würden, wäre eine Verschlimmerung der RDS-Symptome aufgrund einer möglichen Reizung oder Vernarbung des Darms durch kieselsäurehaltige Partikel zu erwarten. Solche nachteiligen Auswirkungen wurden jedoch nicht beobachtet. Diese fehlende Toxizität wird grösstenteils dem Mikronisierungsprozess selbst zugeschrieben. Darüber hinaus zeigen Studien keine Hinweise auf Aluminiumtoxizität oder andere Bedenken im Zusammenhang mit Schwermetallen.
Clinical Evaluation of a Zeolite-Clinoptilolite Supplementation Effect on the Selected Blood Parameters: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35712111/
PMA-Zeolite: Chemistry and Diverse Medical Applications: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11509060/
Clinical trial of clinoptilolite-tuff treatment in patients with IBS: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36569277/
Final report on the safety (Clinoptilolite and others): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12851164/
2018 erschien in Frontiers in Pharmacology eine grosse Übersichtsarbeit zum Thema Sicherheit bei der innerlichen Anwendung von Klinoptilolith. Forscher überprüften und verglichen dabei die wissenschafliche Literatur und Studien zum Thema. Hier kannst du einerseits über die grosse Bandbreite an positiven Auswirkungen von Klinoptilolith, sowie auch über dessen Sicherheit bei der Anwendung nachlesen. Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei diesen Auswertungen um natürlichen Zeolith in der Form von Klinoptilolith handelt, der mikronisiert und für die medizinische Anwendung aufbereitet und zugelassen wurde.
Critical Review on Zeolite Clinoptilolite Safety and Medical Applications in vivo:
https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fphar.2018.01350/full
Ich habe erst nach mehreren Videos über Klinoptilolith in einem Video von QS24, Dr. med. Petra Wiechel, Chefärztin der Swiss Mountain Clinic erfahren, dass man das Wasser mit dem Pulver auf keinen Fall mit einem Metall-Löffel umrühren soll. Es soll ein Holz- oder Plastik-Löffel benutzt werden. Ist das wirklich so wichtig? Danke für eine Antwort und freundliche Grüsse
Guten Tag Herr Wickli, vielen Dank für Ihre Anfrage. Tatsächlich ist es in der Anwendung von Klinoptilolith wichtig, dass man das Wasser nicht mit einem Metall-Löffel umrührt, sondern idealerweise einen Holz- oder Plastik-Löffel verwendet. Dies liegt daran, dass Metall chemisch mit dem Klinoptilolith reagieren und seine Wirkung beeinträchtigen könnte. Beste Grüsse, Ihr Vitalstoffmedizin-Team
Ich habe schon mehrmals gelesen , dass man nach einem Monat eine Woche Pause machen sollte mit dem Toxaprevant -Dr. Lüschers Kuraufbau dauert aber 4 Monate und er erwähnt keine Pause.
mfg. Gerold
Guten Tag Herr Heribert, Dr. Lüschers Kuraufbau sieht keine Pause vor. Andere Empfehlungen können jedoch variieren. Falls Sie unsicher sind, wäre es sinnvoll, bei Dr. Lüschers Team oder Ihrem Arzt nachzufragen. Beste Grüsse, Ihr Vitalstoffmedizin-Team